Trainingslager auf Lanzarote

Foto: Frank Übelhack

Als ich aus Kapstadt heim kam, hat es hier geregnet. Da kann man einfach nicht so effektiv trainieren. Deswegen bin ich nach dem Fun Run gleich wieder nach Lanzarote in den Club La Santa geflogen. Beim Stützpunkt in Saarbrücken hätte ich meine Trainingseinheiten sowieso allein machen müssen, weil sich alle Teamkollegen auf Yokohama vorbereiten mussten. Und ich bin ohnehin am liebsten im Trainingslager. Da kann man sich ganz aufs Trainieren, Essen und Schlafen konzentrieren und arbeitet dadurch einfach effektiver.

Mit Physio und Trainingspartner

Das waren wohl die zwei härtesten Trainingswochen, die ich je hatte – sowohl von der Intensität her, als auch vom Umfang. Ich trainiere immer drei, vier Einheiten pro Tag, wobei alle drei Disziplinen dabei sind. Aber vor allem beim Laufen habe ich neue Sachen gemacht: an einem Montag beispielsweise 30 mal 200 Meter, am Mittwoch dann zum ersten Mal überhaupt 30 Kilometer und am Freitag zehnmal 1000. Das habe ich so noch nie gemacht.

Ganz wichtig ist dabei, dass mein Physiotherapeut dabei ist. Der bringt eine ganz andere Qualität rein, weil er mich vor jeder Einheit behandelt und am Abend noch mal eine Stunde. Da muss ich mir um meinen Körper keine Sorgen machen.

Ein Trainingspartner hat mich begleitet. Er kam direkt vom Afrikacup in Marokko für eine Woche nach Lanzarote. Ich brauche einfach jemanden, der mich unterstützt und auch fordert. Sonst fliege ich ja immer mit Anja Knapp, aber die musste sich eben auf Yokohama vorbereiten.

Schnell wie nie zuvor

Somit haben es diese zwei Wochen richtig gebracht. Ich habe die Belastung gut verkraftet und war so schnell wie noch nie. Die zehnmal 1000 Meter zum Beispiel sind ja eine Standardserie, da hat man schon Vergleichswerte. Das stimmt mich zuversichtlich, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Der nächste Schritt ist nun die Europameisterschaft in Lissabon am letzten Mai-Wochenende. Das war als Vorbereitung für Rio gedacht, weil die Radstrecke dort genau so schwer ist. Aber jetzt wurde der Streckenverlauf geändert, und alles ist topfeben! Ich starte aber trotzdem da.

IMG-20160511-WA0003-1 (2)Foto: Frank Übelhack

Noch zwei Wettkämpfe vor Olympia

Damit habe ich zwei Wettkämpfe in drei Wochen, denn nach der EM folgt ein Bundesliga-Einsatz in Kraichgau. Das sind die voraussichtlich letzten zwei Wettkämpfe vor Olympia. Ich will da schon gut abschneiden, aber eben auch mal ohne Druck was ausprobieren und was riskieren. Gerade die EM, die sonst nicht so im Fokus steht, und auch die Bundesligarennen bieten dafür die Chance. Einfach mal voll auf die erste Boje zu schwimmen und schauen, was dann passiert! In einem ganz wichtigen Rennen traut man sich das nicht, aber man muss einfach die Grenzen mal ausloten.

Nach meiner Verletzung hatte ich eineinhalb Jahre zu kämpfen, um wieder den Anschluss zu finden. Jetzt merke ich aber, wie die Form zurückkommt und ich vielleicht sogar besser bin als zuvor. Das stimmt mich sehr positiv.

Protokolliert von Eberhard Spaeth