Leistungstest in Leipzig

Jetzt zeigt sich, ob sich die bisherigen Mühen gelohnt haben. Dem großen Leistungstest am Institut für angewandte Trainingswissenschaften müssen sich alle olympischen Ausdauersportler unterziehen. Der Körper wird dabei so richtig in seine Einzelteile zerlegt – also in sportwissenschaftlicher Hinsicht. Das fängt früh um 7 Uhr mit zahlreichen Untersuchungen an: Blut nehmen, Herzecho messen, EKG, Fettzangenmessung, Größe und Gewicht feststellen, auch die Armspannweite und der Umfang der Hand werden vermessen.

Später wird analysiert, wie groß das Lungenvolumen, wie hoch die Atemfrequenz ist und ob man gerade Kohlenhydrate oder Fette verbrennt. Druckplatten im Laufband geben Aufschluss über den Laufstil, und gefilmt wird man sowieso ständig. Kurzum: Es werden 1000 Daten erhoben. Um 10 Uhr bin ich dann mit der Leistungsdiagnostik an der Reihe. Ein langer Ausdauertest wartet, viermal drei Kilometer laufen.

Die erste Phase mit dem Schnitt von 4:10 Minuten pro Kilometer, die letzte mit 3:30. Zwei Minuten vor Ende ertönt eine Klingel, jetzt sind die koordinativen Fähigkeiten gefragt. Im vollen Lauf lege ich mir eine Nasenklammer an und setze ein Mundstück zur Messung der Atemgase ein. Schon ein beklemmendes Gefühl, meine Herzfrequenz geht in diesen Situationen auch zwei bis drei Schläge hoch. Aber da muss ich durch. Ich laufe sogar noch eine Extrastufe mit einem Kilometerschnitt von 3:20 Minuten. Diese Leistung macht mich stolz. Da gehen auch die folgenden Belastungstests im Schwimmen und Radfahren gut von der Hand.

Das Fazit der Tage von Leipzig fällt absolut positiv aus: Es war ein sehr guter Test! Ich kann jetzt schon sehr starke Endleistungen produzieren, bin aber noch nicht produktiv genug. Der Laktatwert ist noch zu früh zu hoch. Das heißt, die Muskulatur übersäuert zu schnell, was zum Leistungsabfall führt.

Zu diesem frühen Zeitpunkt der Olympiavorbereitung war das aber auch zu erwarten. Und ich weiß, woran ich arbeiten muss. Deswegen werde ich im kommenden Trainingslager weiter an den Grundlagen feilen, um in den niedrigen Belastungsstufen ökonomischer zu werden. Ich freue mich schon auf die Wochen auf Lanzarote. Da hat es auch wieder über 20 Grad.

Allerdings wird sicher keine Weihnachtsstimmung aufkommen, auch an den Feiertagen gibt es keine Trainingspause. Zudem fehlt die Familie – obwohl: Mit meinem Freund Benny ist ja ein wichtiger Teil der Familie bei diesem Trainingslager dabei.

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