Trainingslager auf Fuerteventura

Das erste Trainingslager mit der deutschen Nationalmannschaft, wir haben ein Sportressort im Osten der kanarischen Urlaubsinsel Fuerteventura bezogen. Der Name der Insel heißt übersetzt „starker Wind“ – und das trifft es perfekt. Das Radfahren ist ein echter Kampf gegen den Wind. Aber über das Wetter können wir uns nicht beschweren: wolkenfreier Himmel, immer um die 25 Grad. Dazu kommen Lauftrails und Radstrecken durch Felder aus Lavagestein, im Sporthotel gibt es einen Kraftraum und ein Schwimmbad.

Kurzum: Wir finden hier perfekte Trainingsbedingungen vor. Für die Schönheiten der Insel habe ich kaum einen Blick. Mir ist aber aufgefallen: Grün ist es nur, wo Zivilisation ist. Ansonsten: eintönige, braune Lavalandschaften. Den Strand kann ich nicht beurteilen. Ich bin ja zum Arbeiten da und nicht auf Urlaubsreise.

Dementsprechend durchgeplant ist mein Tag:

 
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Der typische Tagesablauf:

6.25 Uhr: Aufstehen

7 Uhr: 1,5 bis 2 Stunden Lauftraining, danach Nachbereitung mit Lauf-ABC oder Sprints und Duschpause auf dem Zimmer

9 Uhr: Frühstück

11 Uhr: 90 bis 105 Minuten Schwimmtraining

14 Uhr: Physiotherapie

15 Uhr: 2,5 Stunden Radtraining manchmal gekoppelt mit einem Lauf, dann kurze Pause auf dem Zimmer

18.45 Uhr: Abendessen

20 Uhr: kurze Besprechung des nächsten Tages

20.45 Uhr: Physiotherapie


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Um 21.15 Uhr geht der Tag zu Ende und ich falle eigentlich nur noch ins Bett. Gut, dass meine Zimmerkollegin und Freundin Anja Knapp einen ähnlichen Tagesrhythmus hat. Wir gehen beide extrem früh schlafen. Ich brauche diese Erholung, genauso wie die täglichen Einheiten auf der Massagebank. In meinem Alter zwickt es schon an einigen Stellen und man fühlt sich beim Aufstehen etwas steif.

Aber durch die Physiotherapie steckt mein Körper die 80 Lauf-, 320 Rad- und 30 Schwimmkilometer pro Woche sehr gut weg. Ich kann die Trainingsanforderungen kompromisslos durchziehen. Ich lebe momentan nur für den großen Traum von der Olympiamedaille.


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Dann erfahre ich durch Anja von den Terroranschlägen in Paris. Es ist extrem schockierend, ich bin fassungslos. Es zeigt: Terroranschläge sind nicht so weit von uns entfernt, wie wir bisher immer gedacht haben. Sie können immer und überall passieren. Ob Olympia in Rio auch ein mögliches Anschlagsziel sein kann?

Zu viele Gedanken darüber darf ich mir nicht machen.

Wie alle anderen muss ich auf das Sicherheitskonzept der Veranstalter vertrauen. Aber klar ist: Man darf den Terroristen nicht die Möglichkeit geben, die Welt zu verändern. Ich werde meinen Alltag weiter so gestalten, wie ich es für richtig halte. Und da steht die Olympia-Vorbereitung klar im Mittelpunkt.

 

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Wir sind nicht die Einzigen, die das so handhaben. Auf Fuerteventura bereitet sich auch die gesamte schwedische Olympiamannschaft auf die Saison vor. Lisa Norden ist auch dabei. Schön, meine ehemalige Trainingskollegin wieder zu sehen. Und die Silbermedaillen-Gewinnerin von London weiß, wie man Olympiamedaillen holt.

Ein gutes Zeichen?

Die Zeit in Fuerteventura neigt sich dem Ende, bald geht es zurück nach Deutschland. Zurück nach Saarbrücken. Aber einen Tag habe ich in den kommenden Wochen auch für Bayreuth reserviert: Die Weihnachtsfeier meines Stammvereins, des Teams Icehouse, will ich mir nicht entgehen lassen.

Ach übrigens: Ich habe mein ganz eigenes Rezept für den perfekten Regenerationsdrink. Die Zutaten: Banane, Hafermilch und Zimt.

Im Video verrät Anne Haug die Zubereitung.

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